Meilensteine der Lichtmikroskopie
- Um 500 v.Chr. benutzen Griechen und Römer Lupen als Brenngläser.
- Um 1000 beschreibt Alhazen (eigentlich Ibn Al Haitam, 965 - 1038 im 'Thesaurus Opticus' den von ihm erfundenen Lesestein.
- Um 1590 ernden holländische Brillenmacher das zusammengesetzte Mikroskop.
- 1611 baut Johannes Kepler (1571 - 1630) das astronomische Fernrohr, welches aus zwei Sammellinsen besteht.
- Um 1622 gelangen zusammengesetzte Mikroskope aus dem Besitz von Cornelius Drebbel (1572 - 1633) von London nach Rom.
- 1624 baut Galileo Galilei (1564 - 1642) Drebbels Mikroskop nach.
- 1637 veröffentlicht René Descartes (1596 - 1650) in seinem Buch 'Dioptrique' das Brechungsgesetz.
- 1665 veröffentlicht Robert Hooke (1635 - 1703) sein Werk 'Micrographia'. Er stellt seine Linsen selbst her.
- 1666 führt Isaac Newton (1643 - 1727) seine berühmten optischen Versuche durch, bei denen er aber auch einen entscheidenden Fehler machte: Er hält die Achromatisierung für unmöglich.
- 1669 benutzte Marcello Malpighi (1628 - 1694) als erster das Mikroskop zu systematischen biologischen Untersuchungen.
- 1673 berichtet Antoni van Leeuwenhoek (1632 - 1723) der Royal Society in London über mikroskopische Beobachtungen. Er fertigt für jedes Präparat ein separates Mikroskop an.
- 1694 baut Nicolas Hartsoeker (1654 - 1725) das einfache Mikroskop mit Gewindetubus.
- Kurz vor 1700 entwickelt Christian Huygens (1629 - 1695) ein zweilinsiges Okular (Huygens-Okular) mit der Feldlinse vor der Bildebene des Objektives.
- Um 1740 greift Johann Nathaniel Lieberkühn (1711 - 1756) Descartes Idee vom Hohlspiegel auf. Er konstruiert Sonnenmikroskope.
- Um 1770 bauen Vater und Sohn van Deyl (Jan van Deyl (1715 - 1801) und Harmanus van Deyl (1738 - 1809) das erste achromatische Mikroskopobjektiv.
- 1829 erndet William Nicol (1768 - 1851) das Nicol-Prisma zur Polarisation.
- 1846 eröffnet Carl Zeiss (1816 - 1888) seine Werkstatt in Jena.
- 1850 erndet Giovanni Battista Amici (1786 - 1863) die Wasserimmersion.
- 1855 entwickelt Josef von Gerlach das Prinzip der histologischen Färbung.
- 1864 tritt Ernst Leitz (1843 - 1920) in die Kellnersche Werkstatt in Wetzlar unter Christian Friedrich Belthle ein und übernimmt sie nach dessen Tod im Jahre 1869. Später baut er
sie aus zu den 'Optischen Werken E. Leitz'.
- 1872 entwickelt Ernst Abbe (1840 - 1905) die Theorie zur Bildentstehung im Mikroskop bei Carl Zeiss in Jena.
- 1884 gründen Ernst Abbe, Otto Schott, Carl und Roderich Zeiss die Glashütte von Otto Schott (1851 - 1935).
- 1893 entwickelt August Köhler (1866 - 1948) bei Carl Zeiss in Jena die nach ihm benannte Köhler'sche Beleuchtung mit separater Regulierung von Leuchtfeld- und Kondensorblende.
- 1903 Henry Siedentopf (1872 - 1940) und Richard Zsigmondy (1865 - 1929) entwickeln bei Carl Zeiss in Jena das Ultramikroskop. Nobelpreis 1925.
- 1904 entwickeln August Köhler (1866 - 1948) und Moritz von Rohr (1868 - 1940) bei Carl Zeiss in Jena das Ultraviolettmikroskop.
- 1911 entwickelt Carl Reichert (1851 - 1922) die Lumineszenzmikroskopie. Max Haitinger (1868 - 1946) prägt den Begriff 'Fluorochrom'.
- 1941 erndet Frits Zernike (1888 - 1966) die Phasenkontrastmikrioskopie. Auf seine Anregung entsteht 1940 bei Carl Zeiss in Jena die erste Versuchsanordnung des Phasenkontrastmikroskops
(Köhler und Loos). 1953 erhält Zernike dafür den Nobelpreis.
- 1952 erndet Maurice Françon die Interferenzmikroskopie und Georges Nomarski den differentiellen Interferenzkontrast.
- 1957 entwickelt Marvin Minsky das Prinzip der konfokalen Mikroskopie, allerdings war es - wie viele wichtige technische Entwürfe vor ihm - seiner Zeit weit voraus.
- 1985 demonstriert Wjinaendts van Resandt 'optisches Schneiden'.

Geräte, welche es ermöglichen, kleine Objekte vergrößert zu betrachten, existieren schon seit ca. 400 Jahren.
Der Kaufmann Antoni van Leeuwenhoek war im ausgehenden 17. Jahrhundert der erste Hobbymikroskopiker. Er schliff seine Linsen selbst, war Autodidakt und hat sich für praktisch jedes
seiner Forschungsobjekte ein eigenes Mikroskop gebaut.
Die Zeichnungen seiner Beobachtungen am Mikroskop sind schon damals so gut gewesen, dass man sie auch heute noch zur Bestimmung von Mikroorganismen benutzen kann.
Mikroskope dienten damals hauptsächlich der Belustigung 'bei Hofe' und der Oberschicht. Etwas später wurde der Heuaufguss eine Jahrmarktsattraktion. Mikroskopie wurde eine Angelegenheit
für Amateurforscher und Sonderlinge. Es dauerte geraume Zeit, bis sie Einzug in die Wissenschaft hielt und noch länger, bis in breiten Bevölkerungsschichten Hobbymikroskopiker entstanden.
Für die Bakteriologen Louis Pasteur (1822 - 1895) und Robert Koch (1843 - 1910) war das Mikroskop die Voraussetzung für ihre revolutionären Entdeckungen. Das Mikroskop avancierte zum
Symbol der Forschung.